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Sanierung der Haushalte auf dem Rücken der Eltern?

KiTa-Streik

Sanierung der Haushalte auf dem Rücken der Eltern?

KAV verweigert verhandlungsfähiges Angebot 20.05.2015

Je länger der Streik in den kommunalen Einrichtungen dauert, umso mehr wird ein unangenehmer Beigeschmack spürbar. Während im Bund und auch im Saarland einige Kommunen daran denken, den Eltern die aus deren Sicht umsonst gezahlte Beiträge zumindest anteilmäßig zurück zu erstatten, zeigt sich der Chef der Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde Schmelz unerbittlich. Armin Emanuel, Bürgermeister, weist die Eltern in einem Brief (vom 15.05.2015) darauf hin, dass das Entgelt weiter zu entrichten ist, wenn die Einrichtung aus einem vom Träger nicht zu verantwortenden Grund geschlossen ist.

Die Folge seines Beharrens ist auf Dauer eine Entlastung der von finanziellen Problemen gebeutelten Gemeinde: Während das Streikgeld von den Gewerkschaften gezahlt wird, spart die Kommune Lohn- und Energie- und Sachkosten. Anders also als bei Streiks, die direkte finanzielle Einbußen auf Arbeitgeberseite bedingen, geraten die Träger hier auf die Gewinnerstraße. Da stimmt es dann doch nachdenklich, wenn man bedenkt, dass die Arbeitgeber angeblich kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen können.

„Wollen die kommunalen Arbeitgeber den Streik so lange hinausziehen, bis die Kassen wieder voll genug sind?“, fragt Thomas Müller, Geschäftsführer der Gewerkschaft Vereinte Dienstleistungen (ver.di) im Bezirk Region Saar Trier. „Das hat doch ein Geschmäckle, wenn man bedenkt, dass der Herr Emanuel nicht nur
Chef der Kita und Bürgermeister von Schmelz ist, sondern auch und momentan vor allem Vorsitzender des kommunalen Arbeitgeberverbandes ist. Sorgt er zurzeit etwa für die Sanierung der kommunalen Haushalte zu Lasten der Eltern?“

„Ganz so einfach scheint die Sachlage für Herrn Emanuel und seine KAV nicht zu sein. Wenn klar wird, dass es der VKA auf Bundesebene jederzeit möglich wäre, mit einem verhandlungsfähigen Angebot den Streik zu beenden, dieses aber trotzdem verweigert, dann wären auch die Arbeitgeber vor Ort eindeutig für die Schließung mitverantwortlich zu machen und müssten folgerichtig die Beiträge an die Eltern zurückzahlen“, so Thomas Müller weiter.

„Es kann doch nicht sein, dass die Gewerkschaften für die Unterbezahlung unserer Kolleginnen und Kollegen verantwortlich gemacht werden. Die schlechten Löhne, den Kampf der Beschäftigten, die geschlossenen Einrichtungen haben alleine die Arbeitgeber mit ihrem offenkundigen Starrsinn zu verantworten. Doch der Druck auf den wahren Schuldigen wächst mit jedem Streiktag!“, so Thomas Müller zum Schluss.

Nähere Informationen erhalten Sie von:
Thomas Müller                                      
ver.di Bezirk Region Saar Trier                      
Geschäftsführer                                          
Tel. mobil und Festnetz: (06 81) –  9 88 49 -1 30