Krankenhäuser

#Pflegestreik 2016 im Saarland?

ver.di schlägt Debatte über einheitlichen Tarifvertrag Entlastung vor

Pflegestreik wird für möglich gehalten

Info zum Symposium ver.di Saar Trier Im Völklinger Krankenhaus

Auf dem Symposium „Krankenhäuser – wie krank ist das denn?“ hat ver.di vorgeschlagen, für die 21 Krankenhäuser im Saarland einen Tarifvertrag für Entlastung zu erkämpfen. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete Gewerkschaftssekretär Michael Quetting im Rahmen seines Vortrages für ein Verbundklinikum Saar.

Dieser Vorschlag fand eine begeisterte Aufnahme bei den 80 Fachleuten des saarländischen Krankenhauswesens. Bei Einigung auf ein entsprechendes Vorgehen schließt ver.di einen Pflegestreik für Entlastung und Qualität nicht aus, sagte Quetting am Rande der Veranstaltung.

Konkret wurde ausgeführt: „Wir schlagen den Beschäftigten der 21 saarländischen Krankenhäuser vor, zu diskutieren, ob wir nicht als ersten Schritt einen gemeinsamen Tarifvertrag für Entlastung erkämpfen können? Warum sollen wir das nicht können, was die Charité Kolleginnen können? Einen Tarifvertrag für alle Häuser bindend, damit keiner im Vorteil ist. Ja, wir können Tarifverträge erkämpfen. Wir werden in unserer „Offene Aktivistengruppe Krankenhäuser“ diesen Vorschlag einbringen und eine große Aussprache in allen saarländischen Krankenhäusern starten. Wir wollen eine Entlastung der Beschäftigten. Und da sie uns keiner gibt, gibt es nur eine Möglichkeit: wir müssen sie uns selbst holen.“

Wir wollen eine Entlastung der Beschäftigten. Und da sie uns keiner gibt, gibt es nur eine Möglichkeit: wir müssen sie uns selbst holen.

Michael Quetting

Das Symposium wurde von dem Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen der ver.di Region Saar Trier in Zusammenarbeit mit der Arbeitskammer des Saarlandes und der Rosa-Luxemburg Stiftung/Peter Imandt Gesellschaft organisiert. Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer Host Backes ließ es sich nicht nehmen die Veranstaltung persönlich zu begrüßen. Auch der ver.di-Geschäftsführer Thomas Müller nahm am Symposium teil und betonte die Einordnung des Auseinandersetzungen in den Krankenhaus in den Kampf gegen die Schuldenbremse  und unterstrich die Wichtigkeit einer Bewegung für die Zukunft des Saarlandes.

Im Hauptreferat markierte der Referent die Bedeutung des Sozialstaates und der Daseinsvorsorge. Er belegte, dass die aktuellen ökonomischen Regeln gegen die Menschenrecht und den menschlichen Verstand verstoßen. Dabei zitierte er als Bündnispartner u.a. Dr. Susann Breßlein vom Klinikum Saabrücken. Der Interessenverband kommunaler Krankenhäuser, wo Breßlein stellvertretende Vorsitzende ist,  fordert den Ausschluss von auf Gewinnmaximierung ausgerichteter Krankenhäuser.

Der Referent belegte, dass derzeitig systemimmanent falsche Anreize gesetzt werden und warf die Frage auf, wem die Krankenhäuser und die Krankenversicherungen gehörten. Damit stelle das Verbundkonzept die Eigentumsfrage. ver.di mache ihren Anspruch geltend, im Interesse der Beschäftigten und Patienten mitreden zu wollen. Quetting erläuterte das Konzept seiner Gewerkschaft im Detail und warf damit auch Fragen der Qualität und des Inhalts der Gesundheitsversorgung auf.

Symposium Krankenhäuser ver.di Saar Trier Blick auf die Bühne
Teilnehmer des Symposiums ver.di Saar Trier Teilnehmer des Symposiums
Unterlagen - besonders gefragt die Erfahrungen mit dem Ultimatum ver.di Saar Trier Unterlagen - besonders gefragt die Erfahrungen mit dem Ultimatum
Michael Quetting auf dem Symposium ver.di Saar Trier Michael Quetting erläutert das Konzept eines Verbundklinikums
Referenten im Channel Eins ver.di Saar Trier Referenten am Vormittag
  • Seite
  • 12