Krankenhäuser

Bündnis für mehr Pflegepersonal

Saarbrücker Appell für mehr Pflegepersonal

„Es fehlt an Pflegepersonal. Ob im Krankenhaus oder im Altenheim. Die pflegerische Versorgung ist in Gefahr. Patienten und Bewohner leiden unter unzureichender Versorgung. Beschäftigte haben die Grenze des Belastbaren längst überschritten. Die Pflege ist in Not.“

So beschreiben die Initiatoren des „Saarbrücker Appells für mehr Pflegepersonal“ die Situation im Saarland. Zu den ersten Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Appells gehören u.a. der SPD-Landtagsabgeordnete und stellvertretende DGB-Vorsitzender in Rheinland-Pfalz-Saar Eugen Roth, die Pflegereferentin der Arbeitskammer Esther Braun, der Personalratsvorsitzende der Stadt Saarbrücken Bernd Schumann, der ASTA-Referent Max Karbach, die ehemalige Profi-Tennisspielerin und Wimbledon Siegerin und heutige Stadträtin der Linken in Saarbrücken Claudia Kohde-Kilsch, Thomas Otto von der Arbeitskammer, die SR-Moderatorin Carmen Bachmann, der Leiter der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Universität Luitpold Rampeltshammer, Thomas Schulz von attac Saar, die Vizepräsidentin des saarländischen Landtages Barbara Spaniol, der Gewerkschaftssekretär Michael Quetting, den Pflegereferenten der Arbeitskammer Andreas Dörr,  die Personalratsvorsitzende der AOK Helga Pohland, die Soziologin Kerstin Blass, die Bildungsreferentin von Arbeit und Leben Heike Wendorff, der Vorsitzende der Sportakrobaten Illingen Fred Wentzler und der Sozialarbeiter Albert Ottenbreit von der Wärmestube Saarbrücken.

Aufstehn für die Pflege ver.di Logo Pflege

Nun will man weitere Persönlichkeiten für diesen Appell gewinnen. Darauf wiesen heute die Sprecher der Erstunterzeichner Rainer Tobae vom DGB im Saarpfalzkreis und der katholische Klinikseelsorger der Caritasklinik in Saarbrücken Hermann-Josef Mayers gemeinsam hin. Allein in den saarländischen Krankenhäusern sei nach Berechnungen der Gewerkschaft ver.di jeder fünfte Arbeitsplatz unbesetzt. Tobae: „Die Beschäftigten die uns gesund pflegen sollen werden dadurch krank. In Deutschland muss eine Pflegekraft über zehn PatientInnen betreuen, in der Schweiz sind es fünf, in Norwegen vier. Studien belegen, dass mit jedem zusätzlich zu betreuenden Patienten das Sterberisiko um sieben Prozent steigt.“

Hermann-Josef Mayers will eine gesellschaftliche Debatte über den Pflegenotstand im Land anstoßen. Der Seelsorger: „Die Pflege macht die Pflegenden kaputt. Und alle schauen weg: die Politik, die Krankenhausträger und die Patienten. So darf es nicht mehr weitergehen. Wir brauchen eine humane pflegerische Versorgung ohne Gesundheitsschäden für die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Wir fordern eine gesetzlich vorgeschriebene Personalbemessung für die Pflege.“

Ausdrücklich erklärten die Initiatoren ihre Sympathie mit der von ver.di geäußerten Absicht für einen Tarifvertrag zur Entlastung eintreten zu wollen.