Krankenhäuser

Das Saarland spricht über den ver.di-Vorschlag

Das Saarland spricht über den ver.di-Vorschlag

Verbundklinikum in der Diskussion

Große Aufmerksamkeit hat der ver.di-Vorschlag für ein Verbundklinikum Saar in demokratischer Kontrolle gefunden. Gestern war das das Tagesthema im Saarland. Auf einer öffentlichen Pressekonferenz auf dem Sonnenberg wurde anlässlich der Enthüllung eines 60 qm großen Transparentes am Parkhaus die ver.di-Vorschläge der Öffentlichkeit übergeben.

Vier Ziele nannte der Geschäftsführer des ver.di- Bezirks Region Saar Trier, Thomas Müller: „Wir wollen die Daseinsvorsorge sichern, die derzeitigen Konkurrenten auf ungewöhnliche Art und Weise vereinen, die Personalnot beseitigen und eine demokratische Aufsicht gewährleisten.”

Aktion auf dem Sonnenberg in Saarbrücken Peter Klein Kurz vor der Enthüllung  – Das Transparent wird am Parkhaus befestigt
Auf dem Parkdeck ver.di Saar Trier Das Transparent wird befestigt  – Auf dem Parkdeck

Immer mehr Krankenhäuser geraten in eine finanzielle Notlage. Die Folgen: Personalabbau, unerträglichen Arbeitsbedingungen und bei der pflegerischen und medizinischen Versorgung sowohl zu Unter- als auch zur Überversorgung. Nicht der Patient steht im Mittelpunkt, sondern der vielberühmte Markt.

In dieser Situation unterbreitete ver.di den Vorschlag zu einem Verbundklinikum Saar, das in öffentlicher Hand demokratisch beaufsichtigt wird. Gleichzeitig fordert ver.di eine grundsätzliche Änderung in der Gesundheitspolitik und die Abschaffung des DRG-Systems.

Die Besonderheit im Saarland: Es gibt keine privaten Konzerne und man möchte sie auch in Zukunft nicht haben. Deshalb hält ver.di die Zusammenarbeit der Kliniken im Saarland mit all ihren wirtschaftlichen Problemen für dringend erforderlich. Vorgeschlagen wird nicht eine einfache Fusion, sondern ein Zusammenschluss aller öffentlichen, freigemeinnützigen und christlichen Träger zu einem Verbundklinikum mit mehreren Standorten. Hier werden alle Bürger unabhängig von ihrer sozialen oder gesundheitlichen Situation Zugang zu allen Gesundheitsleistungen erhalten.

Aber dann nannte Thomas Müller das Besondere des Vorschlags: „Das Verbundklinikum ist demokratisch im Interesse der Patientinnen und Patienten und Beschäftigten zu beaufsichtigen. Ein Aufsichtsrat wird die heute mit unterschiedlichen Partikularinteressen ausgestatteten Akteure des Gesundheitswesens vereinen. Der gegenwärtige Widerspruch zwischen den Krankenhäusern, auch zwischen den Maximalversorgern Uniklinik und Klinikum Saarbrücken, zwischen Kostenträger Krankenkassen und Krankenhäusern, zwischen Patienteninteressen und gesellschaftlicher Steuerung wird aufgelöst in einem Aufsichtsrat, der sich aus Vertretern der Anteilseigner, der Arbeitnehmervertreter, der Krankenkassen, der im Landtag vertretenen Parteien, der Gewerkschaften, der Berufsverbände und der Arbeitskammer zusammensetzt und eine paritätische Besetzung gewährleistet.“

Kundgebung anlässlich der Vorstellung der ver.di-Vorschläge Peter Klein Kundgebung auf dem Saarbrücker Sonnenberg