Krankenhäuser

#Pflegestreik Saar

Krankenhäuser am 23. Januar im Warnstreik

Streiken, um sich zu beraten

ver.di ruft die Beschäftigten  21 Akutkrankenhäuser am 23. Januar 2017 für die Früh und Mittagschicht zu einem Warnstreik auf. Von jeder Station und jedem Bereich treffen sich Streikdelegierte um 9:00 Uhr im Bürgerhaus Dudweiler. Die Streikkonferenz dort wird die Situation beraten und Empfehlungen für das weitere Vorgehen beraten. Wie geht die Auseinandersetzung um mehr Personal und Entlastung in den Krankenhäusern weiter? 

Aufgerufen zum Warnstreik sind die Beschäftigten und Auszubildenden der Universitätsklinik in Homburg, des Klinikums Saarbrücken, des Kreiskrankenhauses St. Ingbert, der SHG Kliniken in Merzig, Völklingen und auf dem Sonnenberg, der Knappschaftskliniken in Püttlingen und Sulzbach, der DRK-Kliniken in Saarlouis und Mettlach. Erstmalig ruft ver.di auch die Beschäftigten der konfessionellen Krankenhäuser auf, so von der katholischen Seite die Caritasklinik in Saarbrücken, die CTT in Lebach, die Marienkrankenhäuser in Saarlouis-Dillingen, Kohlhof, Ottweiler, St. Wendel und Wadern/Losheim, das St. Nikolaus Hospital in Wallerfangen und von der evangelischen Kreuznacher Diakonie das Diakonie Klinikum Neunkirchen, das Fliedner Krankenhaus und das Evangelische Stadtkrankenhaus in Saarbrücken.

Der Streikaufruf für den 23.1.2017 ver.di Saar Trier Streikaufruf saarländische Krankenhäuser  – Der Streikaufruf für den 23.1.2017

Seit Jahren macht ver.di Druck für mehr Personal. Vor gut einem Jahr hat man sich konkret auf den Weg gemacht, um mittels eines Pflegestreiks endlich Verbesserungen zu erreichen. In einer großen Anstrengung wurden die Strukturen ausgebaut, 400 Tarifberaterinnen gewonnen und Informationskanäle geschaffen und Pläne geschmiedet. Ein Saarbrücker Appell für mehr Pflegekräfte steht an der Seite der Beschäftigten in den Krankenhäusern. Viele Aktionen fanden statt. Mit den Gewerkschaften im DGB wurde ein Beistandspakt geschlossen.

Im Herbst 2016 forderte ver.di die 21 Krankenhäuser zu Tarifverhandlungen auf. Diese trägerübergreifende Aufforderung hat es in Deutschland noch nicht gegeben. Auch nicht die Selbstverpflichtung, nun dann einen Tarifvertrag Entlastung zu unterschreiben, wenn mindestens elf Krankenhäuser mitmachen., denn ver.di will verhindern, dass durch die Auseinandersetzung bestimmte Krankenhäuser einen Nachteil erleiden. Verschiedene Streiktaktiken wurden auf Beratungen der Tarifberaterinnen entwickelt, um im Streikfall weiterhin eine Versorgung gewährleisten und gleichzeitig einen hohen ökonomischen Druck erreichen zu können.

Wir boten den Arbeitgebern Sondierungsgespräche an, nur zwei machten davon Gebrauch. Unisono, wenn auch mit unterschiedlichen Zungenschlägen, lehnen die Arbeitgeber Tarifverhandelungen ab. Vor Weihnachten setzen wir mit dem 12. Januar ein weiteres Enddatum. Bis heute gibt es keine Bereitschaft zu Tarifverhandlungen. Man schiebt formale Begründungen vor. Wir wollen aber eine Lösung. Dabei kommt es uns nicht auf das Formale an, sondern nur darum, dass die Kolleginnen und Kollegen endlich eine Entlastung erhalten und das muss rechtssicher sein.

Keine Verhandlung, aber man spricht

Allerdings hat ver.di stets alle Möglichkeiten genutzt. So arbeiten wir mit allen zusammen, die bereit sind mit uns Verbesserungen zu erreichen. Am 17. Januar haben sich Vertreter der saarländischen  Arbeitgeber  im Rahmen der saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG) mit ver.di an einen Tisch gesetzt und konstruktiv die Situation beraten. Zwar haben die Arbeitgeber ihre Position wiederholt, dass sie nicht tariffähig sind, und sich nicht im Stande sehen unter den gegebenen Bedingungen unsere Forderungen zu erfüllen. Allerdings stimmen sie uns zu, dass es zu einem deutlichen Aufwuchs an Personal kommen muss.  Diese Gespräche werden am 26. Januar fortgesetzt.