Krankenhäuser

An der Pflege kommt Niemand vorbei

Tarifvertrag Entlastung

An der Pflege kommt Niemand vorbei

Am 27. März 2017 streikten im Saarland Beschäftigte der Krankenhäuser für einen Tarifvertrag Entlastung. Bereits am frühen Montagmorgen begrüßten etwa 50 Krankenhausbeschäftigte die Spitzenkandidatinnen am Saarbrücker Flughafen,. Am Sonntag hatte im Saarland die Landtagswahl stattgefunden. Die Streikenden verschenkten Samentüten. Vergissmeinnicht mit Aufkleber: Aufstehn für die Pflege. ver.di-Landesleiter Michael Blug und Gewerkschaftssekretär Michael Quetting waren vor Ort. Kollege Quetting gratulierte der Wahlsiegerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Er erklärte der Ministerpräsidentin, dass Vergissmeinnicht eine zweijährige Pflanze ist. Die Pflege wolle nicht warten bis diese Blumen blühen, stellte er unter Beifall fest.

Rund 600 Beschäftigte haben am 27. März 2017 gestreikt und vor dem Saarbrücker Landtag demonstriert. Ihre Forderung an das tags zuvor gewählte Landesparlament: Haltet euer Versprechen aus dem Wahlkampf, die Situation in den Krankenhäusern zu verbessern. Zugleich appellierten sie an die Arbeitgeber, Verhandlungen mit ver.di über einen Tarifvertrag Entlastung aufzunehmen. Das Uniklinikum des Saarlands, die DRK-Kliniken Mettlach und Saarlouis, die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken sowie die katholischen Marienhaus-Kliniken haben diesen Schritt bereits angekündigt und wollen noch im April in Verhandlungen einsteigen. Vom Streik wurden sie folglich ausgenommen.

Vor der Wahl hatte die Gesundheitsministerin des Landes, Monika Bachmann (CDU), versprochen, im nächsten Krankenhausplan verbindliche Vorschriften bei der Besetzung mit Pflegekräften und Ärzt/innen zu machen. Sie kündigte außerdem an, die Investitionszuschüsse an die Krankenhäuser um jährlich fünf Millionen Euro zu erhöhen und für die Einstellung von etwa 60 freigestellten Praxisanleiter/innen für die Pflegeausbildung zu sorgen. Zudem hat das Saarland eine Bundesratsinitiative für Personalvorgaben in allen Bereichen des Krankenhauses gestartet, die deutlich über die Pläne von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hinausgeht.

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Vor dem Staatstheater treffen sich die Streikenden, sie marschieren einmal rund um den Landtag. Man will damit siganalisieren: Wir passen aif, was dort passiert .Solidarität gibt es von Vertrauensleuten der IG Metall von Saarstahl und auch von der Dillinger Hütte. Sie sind mit ihren fahnen gekommen. Die Stimmung ist gut, als man bei strahlendem Sonnenschein am Landtag vorbeizieht. "1,2,3 und 4 - gute Pflege wollen wir", so einer der Sprechchöre.