Bezirk Region Saar Trier

Flüchtlinge, herzlich willkommen

Sammelstellen bei ver.di in Trier und Saarbrücken

Refugee Welcome Box

ver.di packt Refugee Welcome Box für minderjährige Flüchtlinge
Plakat facebook.com/refugeewelcomebox Plakat

ver.di heißt Flüchtlinge in unserem Land willkommen. Deswegen beteiligen wir uns an der Aktion Refugee Welcome Box. Wir sammeln in Saarbrücken Boxen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Alter von 15 bis 18 Jahren, in Trier für geflüchtete Kinder zwischen 3 und 14 Jahren, um sie bei uns willkommen zu heißen.

Das Projekt gibt den Menschen die Möglichkeit, ein persönliches Willkommensgeschenk zu gestalten – eine Refugee Welcome Box.

Die ver.di Geschäftsstelle in Trier sammelt für Kinder im Alter zwischen 3 und 14 Jahren, die in der Außenstelle der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in der Luxemburgerstraße in Trier untergebracht sind.

Die ver.di Geschäftsstelle in Saarbrücken sammelt für minderjährige Flüchtlinge im Alter von 15 bis 18 Jahren, welche in saarländischen Clearingshäusern untergebracht sind.

ver.di ruft deswegen auf, bis zum 30.09. in den Geschäftsstellen in Trier und Saarbrücken folgendes abzugeben:

  • Waren zum Befüllen der Boxen
  • Schuhkartons als Boxen
  • Geschenkpapier

Was genau in die Box kommen sollte und weitere Infos findet ihr hier: http://refugeewelcomebox.tumblr.com/ Bedenkt das unterschiedliche Alter der zu Beschenkenden in Trier und Saarbrücken.

Gesucht werden neben Inhalt für die Boxen auch Helfer zum Verpacken der Boxen am Donnerstag den 01.10. ab 10 Uhr bei ver.di. Die Boxen sollen am 2.10. übergeben werden.

  • Ein kleiner Leitfaden für Boxenspender und Sammelstellen für die Jugendlichen

     

    • Wir sammeln nur Boxen für männliche Flüchtlinge im Alter von ca. 15-18  Jahren, da diese  fast 100% der ankommenden unbegleiteten minderjährigen  Flüchtlinge  in den Clearinghäusern, mit welchen wir kooperieren,  ausmachen.
    • Grundsätzlich sollte der Boxeninhalt für Jungs im Alter von ca. 15 - 18 Jahren geeignet sein.
    • Bitte keine brennbaren Materialien wie z.B. Kerzen in die Boxen packen. Die Jungs leben  in Mehrbettzimmern in Häusern mit strengen Brandschutzauflagen, daher  ist offenes Feuer in den Zimmern nicht erlaubt.
    •  Bitte keine gebrauchten Artikel. Die jungen Flüchtlinge  bekommen erst einmal, was auch verständlich ist, alles gebraucht:  Kleidung, Schuhe, Kopfkissen, Bettzeug, Handtücher, Betten usw usw. Als  Willkommensgeschenk sollen sie 1 Mal etwas Neues zur Begrüßung bekommen.  Daher achtet bitte beim Packen der Boxen darauf, dass ihr nur unbeschädigte Neuwaren  einpackt.
    •  Bitte nutzt  nach Möglichkeit Schuhkartons. Kisten mit Deckeln eigenen sich einfach  am besten für diesen Zweck und sind hübscher als alte Amazon Kartons oder so. Bitte verpackt die Kisten auch nicht als  Geschenk, es ist zwar total schön aber schade, da wir jede Box öffnen und  checken, bevor wir sie weitergeben. Beklebt die Kiste selbst mit  Geschenkpapier oder verziert sie anderweitig. Und bitte die Box nicht  zukleben sondern wenn möglich mit einem Gummiband verschließen.
    • Aufgrund der  Temperaturen bitte keine Schokolade bzw. Süßigkeiten gefüllt mit Schokolade einpacken. Knabberzeug  wie kleine Partybrezeln/Nussmischungen/Studentenfutter, Kaugummis, Lutschbonbons usw. eignen sich  am besten. Bei Gummibärchen am besten die Veggie-Variante wählen, da diese ohne Gelatine hergestellt werden. Nahrung sollte grundsätzlich mindestens noch 6 Monate  haltbar sein.
    • Bitte kein Bargeld in die Boxen legen. Bargeld hat einen anderen "Wert" als ein Gegenstand und dies könnte zu Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe führen.
    • Eine kleine Nachricht, eine Karte, ein kurzer Brief, gern auch auf Englisch, gern auch ein Foto von euch macht jede Box noch persönlicher.

Refugees welcome: Solidarisch gegen rassistische Angriffe! 

Ob in Hildesheim, Parchim oder Berlin: Aufs Neue erfahren wir täglich von Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte und die Menschen, die bei uns Schutz vor Gewalt, Verfolgung oder menschenunwürdigen Verhältnissen suchen. Viele von ihnen sind traumatisiert und haben viel Leid und Not erfahren. Wir müssen verhindern, dass sie in Deutschland weiteres Leid, Anfeindungen und Angriffe erleben. 

Mehrere Tage hat ein rassistischer Mob in Heidenau bei Dresden Ende August Flüchtlinge und ihre UnterstützerInnen bedroht, sie mit Böllern und Steinen attackiert. Die ebenso angegriffene Polizei führte keine Festnahmen auf Seiten des Mobs durch. Diese Straffreiheit für Rassisten und die Untätigkeit der sächsischen Polizeibehörden ruft Erinnerungen an die unerträgliche Situation Anfang der 90er Jahre in Deutschland wach, in der das Leben von MigrantInnen und Flüchtlingen durch rassistische Angriffe besonders bedroht war. Dies darf sich nicht wiederholen.  

Politik und Behörden müssen die Bedrohung von Rechts ernst nehmen, konsequent gegen rassistische Angreifer vorgehen und ihrer Hetze den Boden entziehen. Dazu gehört, dass die Politik es unterlässt, angesichts der gestiegenen Flüchtlingszahlen einen Notstand herbeizureden oder durch Untätigkeit unerträgliche Zustände vor Aufnahmezentren erzeugt. Deutschland als eines der reichsten Länder der Welt muss in der Lage sein, Flüchtlinge in festen Unterkünften unterzubringen und medizinische Grundversorgung, Trinkwasser und Verpflegung zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese Leistungen als zusätzliche Belastungen für die Kommunen in der Öffentlichkeit breit getreten werden. Dazu gehört eine personelle Ausstattung in der Flüchtlingsarbeit und in den Aufnahmeeinrichtungen, der die wichtige Arbeit der Beschäftigten in angemessener Form bewältigbar macht. 

Die Politikerrede vom „massenhaftem Asylmissbrauch“, die Unterscheidung in „gute“ und „schlechte“ Flüchtlinge und Vorschläge, Geld- und Sachleistungen für ungewollte Menschen aus den krisengeschüttelten Balkanstaaten zu kürzen, leisten der Auffassung Vorschub, dass die Flüchtlinge selbst für die aufgeladene Stimmung verantwortlich seien. Diejenigen, die rassistische Anschläge ausüben oder begrüßen, werden sich von derlei Äußerungen nicht von ihren Taten abhalten lassen, sie sind vielmehr Treibstoff und Ermunterung für weitere Angriffe.   

Dagegen sollte sich die Politik in ihrer Haltung an dem Engagement vieler Beschäftigter in den zuständigen Behörden und den zivilgesellschaftlichen Willkommensinitiativen orientieren, die die Menschen bei der Unterbringung, Versorgung oder bei der Sprachförderung unterstützen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass dies eigentlich Aufgaben staatlicher Einrichtungen sind. Dieses ehrenamtliche Engagement ist Ausdruck gelebter Solidarität und muss anerkannt, aber auch konkret unterstützt werden. Willkommenskultur braucht Willkommensstrukturen! 

Wir fordern die ver.di-Mitglieder und die Kolleginnen und Kollegen der DGB-Gewerkschaften auf, sich an den vielfältigen Aktivitäten der Willkommensinitiativen zu beteiligen und der zunehmenden rassistischen Gewalt entgegenzutreten. 

Refugees welcome!

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die Vereinten Nationen weisen Deutschland als das drittgrößte Einwanderungsland weltweit aus. Das erfordert politische Weichenstellungen in Deutschland und in der Europäischen Union.

ver.di stellt sich dieser Aufgabe. Wir ergreifen Initiativen für die Gleichstellung von Migrantinnen und Migranten im Arbeitsleben und in der Gesellschaft. Wir setzen uns mit den rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa auseinander und machen Vorschläge für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Migrantinnen und Migranten. Wir sind im Dialog mit der Politik, mit Parteien und gesellschaftlichen Akteuren. Unsere Positionen erarbeiten wir gemeinsam mit den vielen gewerkschaftlich engagierten Migrantinnen und Migranten. In den Gewerkschaften sind viele Tausend Menschen mit Zuwanderungsgeschichte organisiert. Wir wollen ihren Interessen, ihrer Stimme Gewicht in der Politik und in der Gesellschaft geben.